Die eine Oma sagt, ein Schnuller ruiniere die Zähne. Die andere sagt, Daumenlutschen sei viel schlimmer. Und du möchtest einfach nur, dass sie aufhört zu weinen.
Warum Babys nuckeln
Nicht-nährendes Saugen ist ein angeborener Reflex, der beruhigt. Er senkt die Herzfrequenz und hilft bei der Stressregulation. Es ist also keine Angewohnheit, sondern ein Bedürfnis – besonders in den ersten Monaten.
Der Schnuller
Vorteile: Er beruhigt, er hilft bei Schmerzen (zum Beispiel bei Impfungen), und beim Einschlafen scheint er vor dem plötzlichen Kindstod zu schützen.
Nachteile: Er fällt heraus, und dann musst du ihn nachts wieder hineinstecken. Bei längerem Gebrauch nach dem dritten Lebensjahr kann er Zähne und Sprache beeinflussen. Es besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Ohrenentzündungen.
Praktisch
- Warte beim Stillen, bis das Stillen gut etabliert ist – meistens um die dritte bis vierte Woche.
- Biete ihn an, dränge ihn nicht auf. Wenn dein Baby ablehnt, ist das in Ordnung.
- Verwende ihn nicht standardmäßig bei jedem kleinen Geräusch. Prüfe zuerst, ob sie Hunger, eine volle Windel oder Nähe braucht.
- Niemals etwas Süßes daran, und niemals an einem Bändchen um den Hals.
Der Daumen
Vorteil: Immer verfügbar, fällt nicht heraus, du musst nachts nichts dafür tun.
Nachteil: Man kann ihn nicht wegnehmen. Daumenlutschen endet oft später als die Schnullernutzung, und gerade diese lange Dauer birgt das größte Risiko für Zahnfehlstellungen.
Gerade deshalb entscheiden sich viele Zahnärzte im Zweifelsfall für den Schnuller: Den kann man zu einem selbst gewählten Zeitpunkt abgewöhnen.
Wann abgewöhnen
Es wird empfohlen, um das zweite Lebensjahr herum mit der Einschränkung zu beginnen und um das dritte Lebensjahr herum aufzuhören. Bleibende Zähne kommen um das sechste Lebensjahr; bis dahin korrigiert sich eine Fehlstellung der Milchzähne meist von selbst.
Wie man abgewöhnt
- Zuerst örtlich einschränken: nur im Bett. Nicht mehr im Auto, nicht im Laden, nicht beim Spielen.
- Tagsüber mehr sprechen – ein Schnuller im Mund hemmt Sprache und Übung.
- Wähle einen Zeitpunkt ohne andere Veränderungen. Nicht gleichzeitig mit dem Trockenwerden, einem neuen Bett oder einem Geschwisterchen.
- Mache ein Ereignis daraus: die Schnuller am Schnullerbaum eintauschen, zu den neuen Babys bringen oder in eine Schachtel beim Zahnarzt legen.
- Gehe nicht zurück nach der ersten schweren Nacht. Zwei bis drei Tage sind meistens am schwersten.
Beim Daumenlutschen funktioniert Wegnehmen nicht. Was hilft: Bewusstsein tagsüber, Alternativen, um die Hände zu beschäftigen, und – bei älteren Kindern – gemeinsam einen Plan zu erstellen. Bei hartnäckigem Daumenlutschen nach dem fünften Lebensjahr können der Zahnarzt oder ein Logopäde mitdenken.