Du hast drei Wochen lang alles geregelt, einen Kuchen gebacken und zwölf Kinder eingeladen. Und um vier Uhr sitzt das Geburtstagskind weinend unter dem Tisch.
Fast jede schiefgelaufene Kinderparty hat die gleiche Ursache: zu groß, zu lang, zu viel.
Die Faustregel
Lade ungefähr so viele Kinder ein, wie dein Kind Jahre alt wird. Drei Jahre? Drei Kinder. Das klingt mager und ist genau richtig – kleine Kinder spielen noch hauptsächlich nebeneinander, nicht in einer Gruppe.
Halte die Dauer für Kleinkinder auf anderthalb bis zwei Stunden, maximal zwei bis drei Stunden für Vorschulkinder. Kürzer ist fast immer besser.
Ein Kind, das die Party mochte und mehr davon gewollt hätte, ist ein besseres Ergebnis als ein Kind, das in der letzten halben Stunde zusammenbrach.
Ein Ablauf, der funktioniert
- Freies Spielen beim Ankommen (zwanzig Minuten). Kinder kommen nicht alle gleichzeitig und müssen sich eingewöhnen.
- Eine organisierte Aktivität – nicht fünf. Etwas Einfaches: Schatzsuche, Kekse verzieren, ein Parcours.
- Essen und Kuchen. Der Höhepunkt gehört in die Mitte, nicht ans Ende.
- Wieder freies Spielen, bis alle abgeholt werden.
Geschenke
Erwäge, sie erst nach der Feier auszupacken. Ein Kleinkind, das zehn Geschenke hintereinander aufreißt, während andere Kinder mitspielen wollen, ist ein Rezept für Tränen – beim Geburtstagskind und bei den Gästen. Wenn du es doch während der Feier machst: eins nach dem anderen, ruhig, und lass das Kind, das es gegeben hat, daneben sitzen.
Praktisch
- Bitte die Eltern, zu bleiben bei Kindern unter vier Jahren. Das erspart dir zehnmal so viel Arbeit und ist für die Kinder angenehmer.
- Frage nach Allergien bei der Einladung.
- Sorge für einen ruhigen Rückzugsort – ein Zimmer, in dem ein überreiztes Kind kurz sitzen kann.
- Rechne mit einem Tief danach. Der Abend nach einer Party ist oft anstrengend. Plane nichts.
- Feiere am Tag selbst klein und die Party separat. Zweimal ein bisschen ist besser als einmal sehr viel.
Wenn dein Kind nicht mitmachen will
Manche Kinder schauen lieber erst eine halbe Stunde zu. Erlaube das einfach. Zum Mitmachen zu zwingen verdirbt es für alle, und meistens schließt sich ein solches Kind von selbst an, wenn es sich sicher fühlt.
Für überreizte Kinder
Wähle draußen statt drinnen, wenige Kinder und eine klare Struktur, die du vorher erklärst. Für ein sensibles Kind ist ein Ausflug mit einem Freund oft viel schöner als eine Party – und das ist in Ordnung.