Du bist zu Hause. Die Hebamme ist weg, der Besuch war da, und da sitzt du nun – mit einem Menschen, den du noch keine Woche kennst, und einem Körper, der sich nicht mehr wie deiner anfühlt.
Jeder bereitet dich auf die Geburt vor. Fast niemand sagt dir, was danach kommt. Diese ersten sechs Wochen haben einen Namen: das vierte Trimester. Und es ist mindestens so einschneidend wie die drei davor.
Was dein Körper macht
Deine Gebärmutter schrumpft in sechs Wochen von Melonengröße auf die Größe einer Birne zurück. Diese Nachwehen, die du beim Stillen spürst? Das ist genau dieser Prozess. Sie sind bei einem zweiten Kind oft heftiger als bei einem ersten – nicht, weil etwas nicht stimmt, sondern weil eine Gebärmutter, die schon einmal gedehnt wurde, härter arbeiten muss.
Außerdem: Du verlierst Blut (Wochenfluss) für etwa sechs Wochen. Du schwitzt nachts, als hättest du Fieber – das ist dein Körper, der überschüssige Flüssigkeit loswird. Deine Haare beginnen etwa im dritten Monat auszufallen. Alles normal, alles vorübergehend, und niemand hatte es dir gesagt.
Was deine Hormone machen
Um Tag drei bis fünf fallen deine Östrogen- und Progesteronwerte schneller als zu jedem anderen Zeitpunkt in deinem Leben. Das ist der Grund, warum du bei einer Werbung weinst. Wochenbett-Blues nennt man das, und etwa achtzig Prozent der Mütter erleben es.
Der Unterschied zu etwas Ernsterem liegt in der Zeit und der Richtung. Wochenbett-Blues treten um den dritten Tag auf und lassen innerhalb von zwei Wochen wieder nach. Fühlt es sich nach zwei Wochen schwerer statt leichter an, oder kannst du dich nicht einen Moment über dein Kind freuen? Dann rufe deine Hebamme oder deinen Hausarzt an. Das ist keine Anstellerei – genau dafür sind sie da.
Du musst nicht jede Minute genießen. Du hast gerade einen Menschen geboren und schläfst in Zwei-Stunden-Blöcken. Jemand, der dann strahlt, lügt oder hat sehr viel Hilfe.
Was in deinem Kopf passiert
Du bist hyperwachsam
Du wachst bei jedem Seufzer auf. Du überprüfst, ob sie noch atmet. Das ist keine Angststörung, das ist ein uraltes Alarmsystem, das aktiviert wurde. Es lässt von selbst nach, je mehr dein Vertrauen wächst.
Dein Zeitgefühl verschwindet
Tage verschmelzen. Du weißt nicht mehr, ob etwas gestern oder vor vier Tagen passiert ist. Auch das ist normal bei chronisch unterbrochenem Schlaf.