Die ersten zehn Tage: Was in der Wochenbettzeit wirklich passiert

Die Wochenbettwoche ist eine Woche, in der man fast nichts tut und gleichzeitig das Gefühl hat, die schwerste Zeit seines Lebens zu erleben. Hier ist, was ungefähr passiert, damit du nicht jeden Tag denkst, dass etwas nicht stimmt.

Tag 1 und 2

Dein Baby ist oft schläfrig und trinkt kleine Mengen Kolostrum. Es scheidet schwarz-grünen, klebrigen Mekonium aus. Es verliert an Gewicht – bis zu sieben bis zehn Prozent sind normal. Du bist wahrscheinlich hellwach vor Adrenalin, obwohl du erschöpft bist.

Tag 3 bis 5

Das ist die schwierigste Phase. Deine Milchproduktion kommt in Gang: Deine Brüste werden hart und warm. Gleichzeitig sinken deine Hormone – das ist der klassische Tag des Wochenbettsblues, an dem du aus dem Nichts weinst.

Dein Baby wird wacher und will plötzlich viel häufiger an die Brust. Das ist kein Zeichen dafür, dass du zu wenig Milch hast; das ist genau der Mechanismus, mit dem es die Produktion in Gang bringt.

Der Stuhl wechselt von schwarz zu grün zu senfgelb. Der Fersenstich und das Hörscreening finden meistens um den vierten bis siebten Tag statt.

Wenn es einen Tag gibt, an dem du denkst "Ich schaffe das nicht", dann ist es Tag drei. Das ist hormonell bedingt, nicht prophetisch.

Tag 6 bis 8

Das Stillen beginnt irgendwo einen Rhythmus zu bekommen. Dein Baby erreicht um den siebten bis zehnten Tag wieder sein Geburtsgewicht. Dein Wochenfluss wird brauner und weniger. Die Wochenbetthebamme baut ihre Stunden ab, und das ist konfrontierend – gerade wenn du dich an sie gewöhnt hast.

Tag 9 und 10

Die Wochenbettpflege endet. Bei vielen Familien kommt dann der zweite Tiefpunkt: Die Struktur fällt weg und niemand steht dir mehr zur Seite. Plane für diese Tage bewusst Hilfe ein: jemand, der kocht, jemand, der die Wäsche macht.

Der Nabelschnurrest fällt meistens zwischen dem fünften und fünfzehnten Tag ab.

Wann du anrufst – wegen deines Babys

Bei weniger als sechs nassen Windeln pro Tag nach dem fünften Tag, bei zunehmender Gelbsucht (besonders wenn sie Hände und Füße erreicht), bei Fieber oder Untertemperatur, bei einem Baby, das nicht geweckt werden kann oder nicht trinken will, oder bei stöhnender oder erschwerter Atmung.

Wann du anrufst – wegen dir selbst

Bei Fieber über 38 Grad, starken Blutungen, einer roten, schmerzhaften Stelle in deiner Brust, starken Kopfschmerzen oder verschwommenem Sehen, einer dicken, schmerzhaften Wade oder Gedanken, die dir Angst machen.

Diese zehn Tage sind kein Vorgeschmack darauf, wie es wird. Sie sind eine außergewöhnliche Zeit, die vorübergeht.