Konsequent sein, wenn man selbst todmüde ist

Um neun Uhr morgens bist du die Mutter, die ruhig erklärt, warum es keinen Keks gibt. Um sieben Uhr abends gibst du zwei Kekse und schaltest den Fernseher ein, nur damit es mal still ist.

Das ist keine Charakterschwäche. Das ist Erschöpfung.

Warum es so schwer ist, konsequent zu sein

Selbstbeherrschung zehrt aus. Jedes Mal, wenn du eine Grenze aufrechterhältst, während dein Kind drängt, kostet das Energie. Am Ende des Tages ist sie aufgebraucht – bei dir genauso wie bei deinem Kind.

Hinzu kommt, dass Inkonsequenz genau das Muster verstärkt, das du stoppen möchtest. Ein Kind, das merkt, dass Quengeln manchmal funktioniert, wird länger und intensiver quengeln. Unvorhersehbarkeit macht Verhalten hartnäckiger als ein konsequentes Nein – das ist eines der am besten erforschten Prinzipien der Verhaltenspsychologie.

Besser drei Regeln, die immer gelten, als zwanzig Regeln, die abends verfallen.

Was du tun kannst

Regeln streichen

Schreibe auf, welche Regeln du zu Hause hast. Streiche alles, was nicht Sicherheit, Gesundheit oder Respekt betrifft. Was übrig bleibt, ist meist eine Handvoll – und das kannst du durchhalten.

Entscheide vor dem Moment

Bestimme morgens, was die Vereinbarung bezüglich Bildschirmzeit, Süßigkeiten und Schlafenszeit ist. Eine bereits getroffene Entscheidung musst du abends nicht mehr treffen – nur noch ausführen.

Sage weniger Ja aus Gewohnheit

Wenn du zweifelst, sage: „Ich denke darüber nach.“ Das verschafft dir zehn Sekunden und verhindert, dass du etwas versprichst, auf das du später zurückkommen musst.

Mache die Konsequenz klein genug, um sie auszuführen

„Dann gehen wir eine Woche nicht schwimmen“ ist eine Strafe, die dich mehr kostet als dein Kind. Wähle etwas, das du heute Abend noch umsetzen kannst.

Senke die Latte des Abends

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