Ihr Geburtsplan: Was reingehört und was Sie besser weglassen

Ein Geburtsplan klingt wie ein Drehbuch. Das ist aber genau das, was er nicht ist. Es ist eine Liste von Präferenzen, die verrät, wer du bist, damit die Menschen um dich herum wissen, was dir wichtig ist, wenn du selbst gerade nicht sprechen kannst.

Halte ihn auf einem DIN A4 Blatt

Niemand liest während einer Geburt drei Seiten. Eine Seite, in kurzen Stichpunkten, mit dem Wichtigsten oben.

Was hineingehört

  • Wer dabei ist. Dein Partner, deine Mutter, eine Doula. Und wer nicht.
  • Atmosphäre. Gedämpftes Licht, eigene Musik, wenig reden oder gerade Ablenkung.
  • Schmerzmittel. Möchtest du selbst danach fragen, oder darf es angeboten werden? Dieser Unterschied ist groß.
  • Haltungen. Möchtest du dich bewegen können, in der Badewanne, auf einem Hocker?
  • Abnabeln. Warten, bis sie auspulsiert ist? Wer schneidet?
  • Haut-zu-Haut. Direkt nach der Geburt, auch bei einem Kaiserschnitt, wenn möglich.
  • Ernährung. Brust, Flasche oder beides — und ob du Hilfe beim ersten Anlegen möchtest.
  • Wenn eingegriffen werden muss: Möchtest du alles erklärt bekommen, oder gerade nicht?
Schreibe ganz oben hin, was passiert, wenn es anders läuft. Zum Beispiel: "Wenn medizinisch eingegriffen werden muss, möchte ich, dass mir jemand sagt, was passiert und warum." Das ist der Satz, der oft den größten Unterschied macht.

Was du besser weglässt

Alles, was du ohnehin nicht erzwingen kannst. Eine genaue Dauer, ein Verbot eines Kaiserschnitts oder detaillierte Anforderungen darüber, wer welche Handlung vornimmt. Das führt eher zu Enttäuschung als zu Kontrolle.

Besprich ihn, nicht nur verschicken

Gehe ihn um die 34. Woche mit deiner Hebamme durch. Sie kennt das Krankenhaus und kann einschätzen, was realistisch ist. Nimm drei ausgedruckte Exemplare in deiner Tasche mit: für dich selbst, deinen Partner und das Team.

Wenn es anders läuft

Die meisten Geburten weichen vom Plan ab. Das ist kein Misserfolg und schon gar kein Versagen deinerseits. Ein Plan, der dir geholfen hat, darüber nachzudenken, was dir wichtig ist, hat seine Arbeit getan — auch wenn nichts davon eingetreten ist.

Eine gute Geburt ist nicht die Geburt, die nach Plan verlief. Es ist die Geburt, bei der du dich gehört gefühlt hast.