Sich im Bett umzudrehen, schmerzt. Socken anziehen ist eine Operation. Und der Moment, in dem du aus dem Auto steigst, fühlt sich an, als ob etwas reißt.
Woher es kommt
Während der Schwangerschaft produziert dein Körper Relaxin: ein Hormon, das die Bänder um dein Becken lockert, um Platz für das Baby zu schaffen. Geschmeidiger bedeutet aber auch instabiler. Deine Muskeln müssen das ausgleichen, was nicht immer gelingt.
Etwa jede fünfte Schwangere leidet darunter. Es sagt nichts über deine Kondition aus und geht nach der Geburt meist allmählich vorbei.
Was die Schmerzen verschlimmert
- Bewegungen, bei denen deine Beine ungleich belastet werden: Treppensteigen, aus dem Auto steigen, ein Bein anheben.
- Langes Stehen oder langes Sitzen in derselben Haltung.
- Schweres Heben – auch dein Kleinkind.
- Schlafen ohne Unterstützung zwischen den Knien.
Was hilft
- Halte deine Knie zusammen bei allen Drehbewegungen. Drehe dich im Bett als ein Block. Steige mit beiden Beinen gleichzeitig aus dem Auto.
- Kissen zwischen die Knie beim Schlafen, und eines unter den Bauch.
- Wechsle die Haltungen, bevor es schmerzt, nicht danach.
- Treppensteigen: eine Stufe nach der anderen, mit beiden Füßen pro Stufe.
- Ein Beckengurt kann viel ausmachen. Lass ihn aber anpassen – falsch herum oder zu tief wirkt kontraproduktiv.
Vollständige Ruhe ist keine Lösung. Muskeln, die du nicht benutzt, werden schwächer, und dann wird dein Becken noch instabiler. Sich innerhalb der Schmerzgrenze zu bewegen, ist das Ziel.
Gehe zu einem Beckenbodenphysiotherapeuten
Das ist der wichtigste Tipp. Ein Beckenbodenphysiotherapeut bringt dir bei, wie du deine stabilisierenden Muskeln anspannst und welche Bewegungen du anpassen musst. In Deutschland benötigst du dafür keine Überweisung, und es wird oft (teilweise) von der Zusatzversicherung übernommen.
Warte nicht, bis du kaum noch laufen kannst. Früh anzufangen, spart Monate.
Wann du sofort anrufen solltest
Rufe deine Hebamme bei plötzlichen, heftigen Schmerzen, bei Fieber, bei Schmerzen, die in Ruhe nicht nachlassen, oder wenn du nicht mehr gehen oder urinieren kannst. Das passt nicht zu gewöhnlichen Beckenschmerzen.
Du musst das nicht ertragen, nur weil es „dazugehört“. Es gibt Behandlungen, und die wirken.