Allergie oder Unverträglichkeit? Der Unterschied und wie Sie damit umgehen

Nach dem Joghurt essen entstehen Flecken. Oder sie hat immer Bauchschmerzen nach der Milch. Und im Internet steht, dass man einfach alles weglassen und schauen soll, was passiert.

Tun Sie das nicht ohne Rücksprache. Das ist der Kern dieses Artikels.

Der Unterschied

Allergie

Das Immunsystem reagiert auf ein Protein, als wäre es gefährlich. Die Reaktion tritt meist schnell auf – innerhalb von Minuten bis zu zwei Stunden – und kann schwerwiegend sein.

Symptome: Nesselsucht, Schwellung von Lippen oder Augenlidern, Erbrechen, Atemnot, Husten, pfeifende Atmung oder in schweren Fällen Blässe und Schwäche.

Intoleranz

Keine Immunreaktion, sondern ein Problem mit der Verdauung – zum Beispiel Laktose. Die Beschwerden betreffen hauptsächlich den Darm: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall. Ärgerlich, aber nicht lebensbedrohlich, und die Menge spielt eine Rolle.

Bei einer Allergie kann schon ein Krümel eine Reaktion auslösen. Bei einer Intoleranz geht es meist um die Menge.

Warum Sie nicht selbst streichen sollten

Drei Gründe. Erstens laufen Sie Gefahr, Mangelerscheinungen zu entwickeln – das Weglassen von Milchprodukten ohne Ersatz beeinträchtigt die Kalzium- und Proteinzufuhr. Zweitens machen Sie eine Diagnose unmöglich: Untersuchungen funktionieren nicht gut, wenn das Lebensmittel schon seit Monaten weggelassen wurde. Drittens, und das ist das Wichtigste: Das langfristige Vermeiden von etwas, wogegen Ihr Kind nicht allergisch ist, kann eine Allergie geradezu auslösen.

Was Sie tun sollten

  1. Führen Sie ein Tagebuch: Was hat sie gegessen, wann, welche Beschwerde, wie lange danach, wie lange es dauerte.
  2. Gehen Sie mit dieser Übersicht zum Hausarzt.
  3. Die Untersuchung kann aus einer Blutuntersuchung oder einem Hautpricktest bestehen, und manchmal einem Provokationstest unter Begleitung – die einzig wirklich zuverlässige Methode.
  4. Bei einer bestätigten Allergie erfolgt die Begleitung durch einen Ernährungsberater, damit die Ernährung vollwertig bleibt.

Achtung: IgG-Bluttests und Haaranalysen, die online angeboten werden, sind zur Feststellung von Lebensmittelallergien nicht zuverlässig. Sie führen oft zu unnötigem Weglassen.

Kuhmilchallergie bei Babys

Tritt bei etwa zwei bis drei Prozent der Babys auf, und die allermeisten wachsen darüber hinaus – oft schon vor dem dritten Lebensjahr. Bei Stillen kann eine Diät für die Mutter notwendig sein; bei Flaschennahrung eine spezielle Hydrolysatnahrung. Immer in Absprache und mit einem erneuten Test nach einiger Zeit, um zu sehen, ob es noch besteht.

Bei einer schweren Reaktion

Rufen Sie 112 bei Atemnot, Schwellung der Zunge oder des Rachens, pfeifender Atmung, Benommenheit oder Schwäche. Wenn Ihr Kind einen Adrenalin-Autoinjektor hat, verwenden Sie diesen sofort und rufen Sie danach an – nicht umgekehrt.

Stellen Sie sicher, dass Schule, Betreuung und Babysitter wissen, was los ist und was sie tun müssen. Halten Sie es schriftlich fest.