Es gibt keinen Moment, in dem jemand anderes die Verantwortung übernimmt. Kein "kannst du mal eben auf sie aufpassen", keine zweite Meinung bei einer Entscheidung, kein zweiter Erwachsener, der nachts aufsteht.
Alleinerziehend zu sein ist nicht schwerer, weil man weniger liebt. Es ist schwerer, weil es keinen Pausenknopf gibt.
Was am meisten erschöpft
Oft nicht die Betreuung selbst, sondern drei andere Dinge: dass man alle Entscheidungen alleine trifft, dass man nie wirklich im Feierabend ist und dass abends niemand sieht, wie der Tag war.
Man muss keine zwei Elternteile sein. Ein anwesender, einigermaßen ausgerüsteter Elternteil reicht aus – das zeigen die Studien über Kinder in Ein-Eltern-Familien immer wieder.
Baue dir deinen eigenen Ersatz
Die wichtigste Aufgabe ist nicht, alles selbst weiterzumachen, sondern ein Netz um sich herum aufzubauen.
- Frage konkret. Nicht "sag Bescheid, wenn du etwas tun kannst", sondern "kannst du Donnerstag um fünf abholen?" Menschen sagen viel häufiger Ja zu etwas Spezifischem.
- Suche eine andere alleinerziehende Person in der gleichen Situation und vereinbare einen Tausch: einen Samstag du, den anderen sie.
- Akzeptiere Hilfe, die nicht perfekt ist. Wenn Oma andere Regeln hat, ist das zu überleben.
- Vereinbare einen festen Termin pro Woche, an dem jemand anderes die Betreuung übernimmt. Zwei Stunden. Trage es in den Kalender ein, als wäre es ein Zahnarzttermin.
Praktisches in den Niederlanden
- Kinderbetreuungszuschuss – der Betrag hängt von deinem Einkommen und der Anzahl der Stunden ab, die du arbeitest oder studierst.
- Kindergebundenes Budget, mit einem zusätzlichen Betrag für Alleinerziehende (der Alleinerziehenden-Bonus).
- Kindergeld über die SVB.
- Kindesunterhalt – lass das festlegen, auch wenn das Verhältnis gut ist.
- Besondere Sozialhilfe und kommunale Regelungen für zum Beispiel Sport, Schulkosten oder einen Laptop. Frage bei deiner Gemeinde danach; viele wissen nicht, dass es das gibt.
- Elternzeit und Notfallurlaub gelten auch für dich.
Was dein Kind braucht
Vorhersehbarkeit und einen stabilen Erwachsenen. Nicht zwei Elternteile, kein großes Haus, keine Urlaube.
Sei ehrlich, ohne dein Kind zum Vertrauten zu machen. "Ich bin heute müde" ist erlaubt. Deine Sorgen um Geld oder den anderen Elternteil gehören zu einem Erwachsenen.
Und du
Einsamkeit, Schuldgefühle und Erschöpfung gehören zu dieser Situation – und sie sind kein Beweis dafür, dass du es nicht schaffst. Suche eine Gruppe, online oder in der Nähe; in den Niederlanden gibt es Vereine und Selbsthilfegruppen für Alleinerziehende.
Wenn es weiterhin schwierig bleibt, gehe zum Hausarzt. Das ist keine Schwäche, sondern Wartung des einzigen Motors, den diese Familie hat.